Kirchengeschichte der Filialgemeinde Ingstetten

Ingstetten wurde 1282 zum erstenmal urkundlich erwähnt. Der Ursprung des Namens geht auf Alemannen zurück (3. Jahrhundert).
In der Nähe soll das Dorf Pfraunstetten gestanden sein, das ungleich größer war. Nach einer Sage ist Pfraunstetten der Pest (1349) oder auch dem Raubzug der freien Reichsstädte (1378) zum Opfer gefallen. Die überlebenden Einwohner von Pfraunstetten zogen damals nach dem Weiler Ingstetten, das dann im folgenden Jahrhundert zu einem stattlichen Dorf erwuchs.
Die leidgeprüften Menschen suchten beim heiligen heiligen Sebastian Zuflucht. Er gilt als Schutzpatron gegen Krieg, Pest und Hungersnot. Ihm zu Ehren wurde ein kleines Bildstöcklein errichtet, später entstand daraus eine Kapelle, die allerdings dreimal vergrößert wurde, zum drittenmal im Jahre 1886/87. Diese Kapelle wurde ein kleiner Wallfahrtsort und ein Symbol für Ingstetten.

Am 20. Januar war Feiertag für die Ingstetter. Der Sebastianstag wurde von der ganzen Kirchengemeinde gefeiert. an diesem Tag ruhte jegliche Arbeit und es war schulfrei in Ingstetten wie auch in Justingen.

Leider wurde dieser hohe Festtag anfangs der siebziger Jahre abgeschafft und wird seither immer am darauffolgenden Sonntag nachgefeiert. In der Kapelle fand lediglich ein Gottesdienst wöchentlich statt. Später erhielt Ingstetten als Filialgemeinde die Zusage - über die Wintermonate Dezember / Januar / Februar - für einen sonntäglichen Gottesdienst.

Zu dieser Zeit konnte die Ingstetter Kapelle die Gottesdienstbesucher kaum fassen und es kamen erste Anregungen, die Kapelle zu erweitern.

Im Jahr 1958 schlägt Weihbischof Wilhelm Sedlmaier, anläßlich der Altarweihe in Justingen, den Ingstettern einen Kirchenneubau vor.

Am Sebastiansfest im Jahre 1959 wurde bei einer Versammlung unter Leitung von Pfarrer Bernhard Heinzmann der Kirchenneubau beschlossen.

Im Jahr 1960 wurde dann bei einer geheimen Abstimmung von sämtlichen wahlberechtigten Bürgern, die Platzfrage des Kirchenneubaus entschieden.

1962:endgültige Planung und Vorlage eines Modells
1963:Genehmigung der Baupläne und beginnende Ausschreibung der Bauarbeiten.
1964:Baubeginn und am Kirchweihsonntag, den 18.10.1964 erfolgt die Grundsteinlegung.

Am 05. März 1966 wird die alte Kapelle abgebrochen und am 13. März 1966 wird die neue Kirche von Dekan König geweiht.

23. Juli 1966: Einweihung der neuen Kirche durch Bischof Carl Josef Leiprecht.

Zum Schutzpatron für die Kirche und für die Gemeinde Ingstetten wird wiederum der heilige Sebastian auserkoren.