Die folgenden Texte/Seiten/Bilder sind aus der Festschrift vom Oktober 1997 übernommen.

Schmiechen und seine Kirche im Laufe der Geschichte

Die Geschichte von Schmiechen ist eng mit der Geschichte der Pfarrkirche verbunden. Bei den archäologischen Untersuchungen, die der Kirchenerweiterung vorausgingen, ist deutlich geworden, dass in Schmiehcen bereits im 7./8. Jahrhundert eine n Kirche bzw. ein sakraler Bau vorhanden war. Es wir d angenommen, dass diese Kirche zu einer Burg oder einem befestigten Wohnplatz einer adligen Familie gehörte.

Die Siedlung mit dem Namen Schmiechhaim dürfte erst später um die Kirche entstanden sein. Der Ortsname wird erstmals 1108 urkundlich erwähnt.

Schmiechen bestand 1475 aus 41 Gütern, 1826 aus 70 Gebäuden, von denen neben Kirche und Schule 51 Haupt- und 17 Nebengebäude waren. Im Ort waren drei adelige Familien ansässig: die Fleck von Schmiechen, die Griff von Schmiechen und die Kälbelin. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts nahm die Familie Fleck Ihren Hauptsitz in Schmiechen.

Die Ortsherrschaft war ursprünglich zwischen den edelfreien Herren von Schelklingen und Justingen geteilt. Später besaßen die Grafen von Berg und die Herren von STeußlingen das Hoheitsrecht über den Ort. Im Laufe des 14. und 15. Jahrhundert wurden alle Rechte und Güter an das Kloster Urspring verkauft.

1805 gelangte die Ortschaft mit der Herrschaft Schelklingen an Württemberg, das1806 durch die Säkularisation des Klosters Urspring seine Rechte im Dorf noch verfestigen konnte.

Schmiechen gehörte von 1806 bis 1808 zum Oberamt Urspring, danach bis 1938 zum Oberamt Blaubeuren und ab 1938 zum Landkreis Ehingen.

Das Patronat der Pfarrkirche St. Vitus gehörte bis 1368 der Familie von Steußlingen. Konrad von Steußlingen übereignete deann den Kirchensatz mit allem Zubehör Heinrich Fleck von Schmiechen. 1468 wurde der Kirchensatz und die Lehenschaft der Kirche mit allen Rechten an das Kloster Urspring verkauft. Das Kloster hat das Patronatsrecht trotz des zunehmenden staatlichen Einflusses bis zur Säkularisation ausgeübt. Danach ging auch dieses Recht an das königlich Württemberg, das es bis 1918 ausübte.

Einwohnerzahlen lassen sich durch die geschlossene Grundherrschaft seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert schätzen. 1475 besaß Kloster Urspring im Dorf 35 Lehen und die Mühle. 1478 kamen zwei weitere Lehengüter mit einer Selde hinzu. Daneben sind sechs weitere Güter in dieser Zeit nachgewiesen.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts lag die Bevölkerungszahl zwischen 200 und 250. 1826 zählte der Ort 310 Einwohner.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich Schmiechen sprunghaft und hat heute als Stadtteil von Schelklingen 960 Einwohner.